#24 Überlebt dein Kundenservice Q4?
Shownotes
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Der E-Commerce Inspiration Podcast von Thomas Leskowsky
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Quellen:
Cyber Week 2025 global über 336 Mrd. $: Salesforce Releases Cyber Week and AI-Driven Sales - Salesforce
Black-Week-Ausgaben Österreich ~460 Mio. € + Abfluss ins Ausland: https://www.handelsverband.at/presse/presseaussendungen/cc-black-friday-2025/
+22 % Ticketvolumen pro Agent 2025: https://www.skycomcallcenter.com/blog/retail-e-commerce/scale-e-commerce-customer-service-during-rush/
Standardanfragen / WISMO 50–60 % in Peaks: https://decagon.ai/glossary/what-is-wismo-where-is-my-order
74% der Käufer erwarten 24/7-Verfügbarkeit: https://cxtrends.zendesk.com/
91% der CX-Führungskräfte sagen, eine ungelöste Anfrage kann zum Abwandern führen: https://www.zendesk.de/company/press/cx-trends-umfrage-grosse-mehrheit-erwartet-ki-transparenz-und-unmittelbare-loesungen-im-kundenservice/
Jedes vierte Paket geht zurück, Zahl der Retouren steigt auf Rekordwert: Tagesspiegel
Support leaders should analyze historical data to predict peak days and prepare accordingly: https://www.hirehoratio.com/blog/scaling-your-support-team-for-seasonal-surges
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Maxi: Stell dir vor, es ist Black Friday, dein Shop läuft heiß, ... die Bestellungen prasseln rein, ... du fährst gerade den besten Umsatztag deines Jahres ... ... und dann kippt dein Kundenservice. Die Wartezeiten explodieren, ... aus Minuten werden Stunden, teilweise Tage. Dein Team rennt komplett verrückt im Kreis ... ... und deine Kunden sitzen genau am wichtigsten Moment des Jahres frustriert im Chat. Und das Bittere daran, genau dann, ... wenn du am meisten verkaufst, ... entscheidet dein Service darüber, ... ob es aus diesen Käufern echte Stammkunden werden. Oder ... Leute, die halt nie wiederkommen. Und genau darüber reden wir heute. Wie überlebt dein Kundenservice die Peak-Season und wie machst du sie sogar zum Umsatzhebel? Und damit hi und herzlich willkommen zu Service Sells dem Podcast, der dir zeigt, wie dein Kundenservice nicht nur begeistert, sondern auch verkauft. Ich bin Maxi und ich habe mir heute jemanden eingeladen, der den E-Commerce gerade in Österreich wie kaum ein anderer kennt. E-Com Profi Thomas Leskowsky. und er macht selbst einen richtig guten Podcast, auch den e-commerce inspiration podcast. Schön, dass du da bist, Thomas. Willst dich einmal kurz vorstellen?
Thomas Leskowsky: Sehr gerne, lieber Maxi. Danke für die Intro. Wie gesagt, mein Name ist Thomas Leskowsky. bin seit mehreren Jahren jetzt selbstständig. Seit 2022 gibt es Exvomo, Experten von morgen. haben es uns ein bisschen zum Auftrag gemacht, die österreichische E-Commerce-Branche zu vernetzen und ihr auch ein bisschen Bildung einzuverleiben, weil das war in Österreich, waren wir da immer ein paar Jahre hinten nach auf der Bildungsseite und wenn man sich vernetzen wollte, musste man meistens nach Deutschland oder in die Schweiz oder irgendwo anders hin und beide Sachen kombinieren wir jetzt in Österreich mit der Vision Wien zur E-Commerce Hauptstadt zu machen, weil wir einfach gemerkt haben, es gibt so viele interessante Persönlichkeiten, Unternehmerinnen und Unternehmer und richtig coole Teams bei uns im Land, besonders auch in Wien und die führen wir dann meistens bei Veranstaltungen, entweder Abendveranstaltungen oder unserer großen Konferenz, wo auch ihr mit dabei seid Jahr für Jahr zusammen. Vielleicht auch noch zum Track Record davor, warum ich über E-Commerce reden kann. habe zum einen im E-Commerce Master studiert, also ich habe es auf akademischem Boden hab ich Vertriebspsychologie im E-Commerce gelernt. Das heißt, ich kann nicht nur Theorie blabbern, sondern auch aus der Praxis erzählen, weil ich auch einen Online-Shop selber hatte von 2020 bis 2021. Das war Schöppi, ein Marktplatz für Start-Up-Produkte, den wir dann an Nice-Shops verkauft haben, hat dann 42 Things geheißen. All die Produkte, die wir nicht auf Amazon gefunden haben, haben wir dort verkauft, also ganz neue Produkte, die am Markt waren. Und seit 2017 war ich in einem E-Commerce-Beratungsunternehmen tätig. Das heißt, ich kann auch die Präsentationsslides und sämtliche Analysen runterfahren, wenn man möchte. Also kann aus mehreren Bereichen mein E-Commerce-Wissen aktuell raussaugen und der E-Commerce steht für Veränderung und ich glaube, ist das, mich mein Leben lang oder mein Berufsleben lang schon begleitet hat. Du musst dich dauernd neu erfinden oder dazulernen und das ist auch mein Lebensanspruch und deswegen freue ich mich da heute mit dir die Folge zu teilen.
Maxi: Ja mega, wirklich geballte E-Commerce Erfahrung. ich hatte ja auch schon die Ehre, ich durfte ja auch immer bei euch bei der E-Commerce Inspiration Night dabei sein und am nächsten Tag auch einen kleinen Vortrag halten zum Thema Chatbots. Und erst vor kurzem war ja auch eine Inspiration Night, wo Julian aus unserem Team mit dabei war, haben wir ja vorhin nochmal kurz drüber gesprochen. Von dem, was ich gehört habe, auch wieder ein richtig cooler Abend. Und auch da vor allem großes Thema war die Vorbereitung auf Q4, zumindest was ich gehört habe. Und genau da wollen wir heute auch ein bisschen einsteigen und direkt die erste Frage nämlich an dich. Was passiert denn aus deiner Sicht in Q4 eigentlich mit den E-Commercelern? Also was genau kommt da auf sie zu? Was verändert sich da?
Thomas Leskowsky: Also auf jeden Fall die Zeit, wo das E-Commerce-Team nicht mehr in den Urlaub geschickt wird, weil es meistens die Zeit ist, wo das Arbeitspensum am höchsten ist. Warum? Weil viele Konsumentinnen und Konsumenten einfach auf diese Zeit warten. Wir haben einen Black Friday oder eine Black Week, die meistens dafür genutzt wird, schon die ersten Weihnachtsgeschenke zu beschaffen. Ich kenne das von mir persönlich leider nicht. Ich bin jemand, der eher eine Woche davor seine Weihnachtsgeschenke beschafft. Aber ich glaube, die 40 % laut einer letzten Studie von österreichischen E-Commerce-Güterzeichen hat gezeigt, dass die meisten Einkäufe von Black Friday für Weihnachtsgeschenke gedacht sind. Bedeutet, sie warten den ganzen Sommer darauf, dann deinen Online-Shop zu stürmen. Im besten Fall ein wenig weniger profitabel aus der Sicht eines Online-Händlers. Auf der anderen Seite als Konsument oder Konsumentin ist es halt die schönste Zeit des Jahres, weil man wartet vielleicht ewig lang auf dieses eine Konsumgut, wo man sich lange das Geld darauf gespart hat und dann ist der Moment gekommen und man schafft es vielleicht. ein verfügbares Produkt zu ergattern. Das ist natürlich aus der Sicht wunderbar, aus der anderen Sicht, aus der unternehmerischen Sicht ist es, können es schreckliche Monate werden, wenn man sich nicht richtig darauf vorbereitet. Das ist eine Herausforderung für den Kundenservice, für die Logistik, fürs Produkt-Sourcing unter anderem auch, also Stockplanung. Wenn ich zu der Zeit out of stock bin, dann habe ich wahrscheinlich die Chance meines Jahres verpasst und der Marktanteil wächst zum Konkurrenten rüber. Aber dazu kann man dann wahrscheinlich auch im Zuge der Folge noch.
Maxi: Auf jeden Fall wird das noch ein spannendes Thema. Vielleicht kannst du da auch was zu sagen, was ich auch schon mal gehört habe, zu Konsumverhalten, vor allem in Asien, dass sich da wirklich viele Konsumenten auch einfach über das Jahr verteilt einfach alles Mögliche an Waren in ihren Warenkorb reinlegen und dann erst zu Black Friday oder der Cyber Week kaufen.
Thomas Leskowsky: Gott sei Dank gibt es Cookies und Co, dass das dann auch gespeichert bleibt, also da sehe ich ganz, ganz viel Relevanz, dass das auch erhalten
Maxi: Ja.
Thomas Leskowsky: bleibt. Kann ich mir vorstellen. Ich meine, man muss es ja nicht unbedingt in einen Warenkorb geben, aber allein ein Kundenkonto zu haben, das eine Wunschliste zulässt, wäre schon mal ein kleiner Trackingpunkt, wo man sich vorstellen könnte, dass deine Person wartet auf einen besseren Zeitpunkt. Auf einen Zeitpunkt, wo das Produkt rapportiert ist oder auf einen Zeitpunkt, wo ich mir das Produkt tatsächlich leisten kann. Das ist in Österreich dann, wenn es zweiter Gehalt kommt. kommt, dann ist es genauso schnell weg, als das 13. das 14. Gehalt kommt, das ist dann genauso schnell weg, wie es da war. Aber genau für die Zeiten sollte man sich ja im Onlinehandel wappnen, weil, ich sage jetzt mal, das Geldbörsel wird geleert, ist dann immer nur die Frage, wer bekommt das Geldbörsel? Geht es dann an internationalen Konkurrenten oder geht es an jemanden, der vielleicht nischig sich genau in einem Segment positioniert hat, dann aber es sich vielleicht nicht richtig vorbereitet hat? Das wäre dann, ja. Mindergut.
Maxi: auch ein Thema, was wir gleich nochmal aufgreifen. Du hast ja vorhin auch schon eine Zahl genannt. Ich haue jetzt auch nochmal ein paar Zahlen raus. habe hier vor mir liegen, also in der Cyber Week 2025 wurden global über 336 Milliarden Dollar gemacht. Also das war ein Rekord. Und zumindest was ich hier habe, was der Handelsverband Österreich sagt, dass die Black Week Ausgaben nach zwei rückläufigen Jahren auf rund 460 Millionen Euro gemeldet wurden. Also ebenfalls ein Rekord. Und dieselbe Welle trifft eben jetzt auch, könnte man sagen, auf die überarbeiteten Kollegen im Kundenservice zu. Du hast es ja auch schon erwähnt, das überfordert an vielen Stellen. Und da haben wir auch gesehen, also 2025 ist das Ticketvolumen pro Mitarbeiter in dieser Season um 22 Prozent angestiegen. Also schon ein enormer Anstieg, enormer Stressanstieg eigentlich auch, der da im Kundenservice eben herrscht die Kapazität haben dann einfach viele da nicht. Und das Fiese dabei ist ja irgendwo, ein Großteil davon sind immer dieselben wiederkehrenden Fragen, das sagen wir auch. Vor allem im E-Com immer, wo ist meine Bestellung, wie retourniere ich und gerade in Peak Seasons steigt da das Volumen von diesen Fragen einfach nochmal an, einfach weil das Bestellvolumen halt auch nochmal viel höher ist. Erdeckt sich das so mit dem, was du auch so erlebst?
Thomas Leskowsky: Ja, also ich hatte selber 2020 bis 2021 einen Onlineshop und wir hatten damals auch außerhalb von Black Friday unseren größten Stundenaufwand im Kundenservice und wie du richtig sagst, sind da nicht die speziellen Produktberatungen, warum jemand anruft, sondern es ist, wo ist meine Trackingnummer, wo ist mein zweites Paket, warum war da nur ein Produkt im Paket statt beider Produkte, man muss dazu sagen, wir waren ein Marktplatz, bei uns haben halt einfach auch die Startups versendet. war dann aber ein Kommunikationsthema und das ist immer wieder wiederkehrend bei uns aufgetaucht. Schade, dass es euch damals 2020 noch nicht gab oder zumindest noch nicht in der Ausführung, weil es damals einfach ein unbezahlter Job war. Also wir waren Gründer und ein Gründerpaar sozusagen. Also wir waren zwei Burschen, die nach dem Studium das ausprobiert haben und dann verdienst du schon kein Geld damit und dann verbringst du aber so viel Zeit damit eigentlich am Telefon zu hängen, um Kunden zu besänftigen. Das ist heutzutage ganz ein anderes Level und ich mag mir das gar nicht vorstellen, wie das ist, wenn man in einem größeren Konzern arbeitet oder bei einem Bestell- Volumen von über 1000 Paketen im Monat dann diese Kundenservice Anfragen bearbeiten muss, weil das ist A, ein undankbarer Job. Also ich wüsste nicht, wer gerne es sich am Black Friday anschreien lassen möchte, wo das Tracking zu finden ist von meinem Paket, weil es sich sonst bis Weihnachten zum Beispiel nicht ausgeht. Und glaube, ist ja auch den Kunden viel mehr geholfen. Dadurch, ich kriege sofort eine Antwort und wenn ich wirklich eine persönliche Produktberatung haben möchte und dann eine persönliche Beratung bekomme von einer Person, die nicht genervt ist davon, Trackingnummern rauszusuchen, dann haben ja beide davon gewonnen. KI kann natürlich in vielerlei Weise interpretiert werden. Viele sehen auch das Böse in der KI. Also für den Kundenservice ist es der absolute Heiligtum, ich sagen. das ist wahrscheinlich einer der ersten Punkte, die ich mit KI automatisieren würde, wenn ich selber wieder einen Online-Shop hätte.
Maxi: ich finde es ein sehr guter Punkt, du da sagst, dass die Konzentration ja auch einfach viel höher ist von den Service-Mitarbeitenden, wenn sie halt nicht den ganzen Tag in irgendwelchen anderen Tabs die Tracking-Nummer raussuchen müssen. Wobei ich wirklich faszinierend finde, dass das immer noch ein Thema ist, das nicht automatisiert ist, weil es lässt sich relativ einfach automatisieren. Und beim Thema AI ist vielleicht noch ein interessanter Trend. Weiß nicht, ob du den genauso bestätigen kannst Ist das Zumindest was wir sehen, auch bei unseren Kunden, dass die Endkunden einfach immer ungeduldiger werden. ich glaube, ich merke das bei mir selbst auch ... ... als Konsument, wenn ich kaufe. Ich erwarte halt ziemlich direkt eine Antwort. Ich glaube, das liegt vielleicht auch ... großen Teils auch daran, was man so gewohnt ist ... jetzt auch so im Umgang mit ... ChatGPT oder Claude und so weiter. Du kriegst halt einfach innerhalb von Sekunden eine Antwort auf deine Anfrage ... und du willst halt nicht ein, zwei Tage warten. Und konkret für Deutschland gibt es da auch eine Zahl, die ich mitgebracht habe. sind also 91 Prozent der Customer Experience Führungskräfte sagen, dass eine einzige ungelöste Anfrage schon ausreichen kann, dass ein Kunde abwandert.
Thomas Leskowsky: Mh.
Maxi: Und ja, gerade da stellt sich, finde ich, so die Frage, wie viel Umsatz verschenkt man eigentlich, vor allem jetzt so in der Peak Season. Ja, da die Frage an sich, was denkst du denn? Wie schätzt du da generell die Rolle im Kundenservice hier ein? Siehst du das genauso kritisch?
Thomas Leskowsky: Definitiv. hatte zuerst gerade einen Punkt im Kopf, den ich vielleicht später nochmal anbringen mag, aber man verliert ja definitiv. Ich sag jetzt mal, wenn 40 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher ihre Einkäufe tätigen zu dieser Zeit, kann ich mir vorstellen, wenn ich zu der Zeit jetzt nicht performen kann oder schlecht performe, natürlich nur einen marginalen Prozentsatz davon abgreife, vielleicht die loyalen Kunden, die schon bei mir eingekauft haben, die kaufen immer wieder ein, da ist wurscht, was ich für einen Kundenservice mehr oder weniger anbiete. Aber du hast es zuerst schon gesagt, mal wieder dazu erzogen, dass jetzt alles schneller geht. Also wenn ich da jetzt nicht auf KI zurückgreif, weiß ich ehrlich gesagt, nicht wie das Leben unternehmerisch weitergehen soll, weil wir haben einen Amazon Prime Versand, der damit wirbt, dass binnen ein bis zwei Tagen ein Paket da ist. haben sonstige, Zalando & Co. hat uns dann noch auf kostenlosen Rückversand lange trainiert. Wir haben Reels, die nicht länger als 15 Sekunden dauern dürfen. Also ich wäre sehr glücklich, wenn sich das mal bisschen entschleunigen würde. Auf der anderen Seite sind wir in einem Kapitalismus, wir sind in einer Wirtschaftlichkeit, die Bequemlichkeit gewinnt und der hat den großen Bequemlichkeitsfaktor vorgeben kann, in dem Fall meistens Amazon, in Österreich mit Abstand der größte Online-Shop und da muss ich halt irgendwo mitschwimmen können, sonst wird immer mehr zur Amazon weitergehen. Wenn ich da nicht mithalten kann, muss es mir auch einfach bewusst sein, dass ich einen gewissen Marktanteil gar nicht erreichen kann. Also dass ich diese verwöhnten Konsumenten, die aber mittlerweile den Standard-Konsumenten abgibt, nicht mehr bekomme. Ich bekomme vielleicht die, die sagen, okay, es ist mir wirklich nicht wichtig, wenn ein Produkt jetzt einer oder zwei Tage später kommt, aber Wenn du eine Familie hast mit drei Kindern und du bestellst seine Weihnachtsgeschenke und zwei Weihnachtsgeschenke kommen zu spät, puh. Also die Zeit will ich zu Hause nicht erleben. meine, das ist immer die Frage, wo ich es dann noch stationär vielleicht irgendwo anders bekomme, aber da hat man wahrscheinlich ein anderes Leben und da ist die Bequemlichkeit einfach viel wert. Und die Bequemlichkeit sollte man sich als Unternehmer nicht nehmen lassen, dass man sich da auch, ich sag jetzt mal, wenn du dich wirklich gut vorbereitet hast... Black Friday ein bisschen zurücklehnen kannst und sagst, ok, jetzt schau ich mir an wie meine Shopify-Sales oder ähnliches auf meine Push-Notifications hochpoppen und ich mir einfach beim Wachsen zuschaue. Das ist natürlich best case Szenario. Oftmals haben wir eher das andere Szenario, wo Leute dann ja intern viele Anrufe tätigen müssen, aber zumindest ziehen vielleicht dann die Leute nicht am Telefon und müssen Tracking-Anfragen beantworten.
Maxi: Stress wird ja eigentlich immer ... einfach nur weitergegeben. Also ich finde das ist ein sehr gutes anschauliches Beispiel ... was du hast mit dem ... Weihnachtsgeschenk, was dann irgendwie fehlt ... an Weihnachten. Da wird der Stress vom Konsumenten an ... Kundenservice weitergegeben und ... ... durch die vielen Bestellungen entsteht ja der Stress ... auch überhaupt in der ersten Logistik. Aber ist auf jeden Fall wichtig, dass der Kundenservice ... da dann am Ende auch performt. Und du hast auch schon angesprochen das Amazon größte Online-Händler ... und dass man da jetzt eben als lokaler Händler ... eben auch damit leben muss, ... dass man eben nur gewissen Anteil hat ... ... und eben ein wachsender Teil dieser Ausgaben in der Black Week oder generell in Q4 ... ... fließen halt eben ... an diese großen internationalen Plattformen, ... also Amazon, ... Alibaba, Shine, Temu und so weiter und auf diesen Marktplätzen sind halt auch viele ... internationale unterwegs da muss man sich ja irgendwie irgendwie absetzen von, irgendwie unterscheiden. Hast du da irgendwie einen konkreten Rat, was genau man da machen kann?
Thomas Leskowsky: ist glaube ich eine der meistgestelltesten Fragen, die wir hier in Österreich haben, weil wir auch, ich sage jetzt mal, auch schon gegen große deutsche Unternehmen eigentlich konkurrieren oder zumindest mit weniger Ressourcen und mit einem kleineren Land trotzdem versuchen, irgendwie international mitzuspielen und das gelingt nicht jedem. Also so ehrlich muss man auch sein. Was ich zum Beispiel nicht machen würde, ist, wenn man jetzt eher auch eine Black Week vor der Tür hat, da gehen die Ads Budget durch die Decke. Und ich bin ein kleiner Händler und versuche da mitzuwerben. Muss mir bewusst sein, dass die Ad Budgets extrem hoch sind, also dass ich vielleicht einen Bruch, also dann muss ja auch noch eine profitable Rechnung dabei rauskommen und die sehe ich einfach nicht bei einem kleinen Händler, weil du hast eine kleinere Abnahmemenge, dadurch hast du einen niedrigeren Deckungsbeitrag schon generell und dann verblast du den Deckungsbeitrag in deinem Ads-Budget. Das heißt, ich würde den Appell eigentlich auch setzen, als kleiner Händler sich gegen oder nicht unbedingt gegen, gegen den Black Friday zu positionieren, aber jetzt nicht unbedingt das mitzumachen, was eh 80 % der Händler machen, sondern viel kreativer in der Black Friday Gestaltung zu sein, dass man nicht unbedingt auf eine Ad sparen muss. Keine Ahnung, den Online-Shop zuzumachen zu Black Friday und sagen, dafür nach Black Friday kommt, was weiß ich, 50 Prozent Rabatt im Shop. Aber es wird so lange auf einer E-Mail-Liste gespart, dass man dann alle mit E-Mails akquiriert oder beispielsweise irgendeine TikTok-Aktion macht, die ich von einem Kollegen gehört, dass das Bauhaus oder der Obi, glaube ich, mal seine Aktion gestartet haben auf TikTok mit, wer kann sich am besten in einem Obi verstecken und wer zwei Minuten lang nicht gefunden wird, kann All You Can Buy mehr oder weniger dort machen. Extrem lustig und außerhalb des Black Friday's genutzt. Das fand ich extrem super. Und was Amazon und andere große Marktplätze nicht gut können, ist Community Building und Persönlichkeit aufbauen. ich kann natürlich keine Persönlichkeit hinter Amazon, aber ich habe jetzt kein Loyalty Programm. Ich habe zwei Amazon Prime. aber für das zahle ich ja. genau, Gegenteile kannst du ja arbeiten, indem ich eine kleine Community aufbaue. Ich kenne jetzt nur Miss Pompadour, das ist jetzt in dem Fall deutscher Online-Shop, die mit Farben handeln. Aber der Erik selber wohnt in Wien, deswegen nehme ich ihn immer als österreichisches Beispiel auch mit her. Die einfach eine App gemacht haben, ein Loyalitätspunkteprogramm, wo man belohnt wird, wenn man seine Ergebnisse mit der Farbe zeigt, bekommt dann Rabatte auf seinen nächsten Einkauf, dadurch wird die Retention Rate hochgehalten. Und das kann man in kleineren Rahmen... Genauso probieren. sind auch zwei Mitarbeiter bei Exvomo Wenn bei uns jemand ein Bild teilt nach dem Event, belohnen wir auch die Leute, damit sie einfach auch bisschen incentiviert sind, bisschen zur Community was beizutragen. Und das sind so kleine Stellschrauben, mit denen kann jeder kleiner Händler auch arbeiten. Und da muss ich nicht konkurrieren oder ich muss nicht versuchen, mich auf Augenhöhe mit Amazon zu stellen, dass der Kampf schlecht ausgehen. Amazon gibt es seit 1994. Die sind 32 Jahre voraus, dass wir es nicht in einem Jahr nachholen können. genau auf die Stellen schauen, Amazon und Co. gerade nicht so präsent sind.
Maxi: finde ich super wertvolle Tipps, ... die du da schon mitgibst, ... aber ich muss natürlich ... aus unserer Sicht, aus melibos Sicht ... muss ich natürlich noch mal ... jetzt so diesen Customer Experience ... ... oder teilweise auch diesen Community Aspekt ... hervorheben, ... das zahlt ja auch irgendwo ... dann lässt sich irgendwo auch ... alles unter Customer Experience, ... Kundenservice ... zusammenfassen ... ... und aus unserer Sicht, ... was einfach immer ein großer Hebel ist, ... was wir jetzt schon angesprochen haben. war jetzt eben auch so diese Standardanfragen ... eben möglichst schnell ... zu automatisieren und zu beantworten, ... dass du eben so einen 24-7-Service hast zahlt natürlich auch auf die ganze Experience ein, ... dass die Kunden wissen, ... okay, bei dem Shop ... kriege ich halt superschnell eine Antwort ... ... und eine sehr präzise Antwort ... oder sogar eine automatisierte ... Produktberatung ... oder zumindest das einfache Produktfragen ... sehr schnell geklärt werden da ... Sagen wir auch immer, man muss dem ganzen KI-Hype auch nicht ganz glauben. Da sind wir auch realistisch. Also man kann sehr viel automatisieren. Aber es lassen sich natürlich nicht einfach 100 Prozent der Fragen lösen. Das ist einfach nur unrealistische Erwartung da. Aber eben das automatisieren, was sich automatisieren lässt und sauber automatisieren und den Rest dann eben richtig auch an die Menschen übergeben. Ja, da würde mich auch deine Meinung nochmal zu interessieren. Also zu dem ganzen Automatisierungsthema. oder auch generell auch zu dieser Sales Beratung. Also es sind jetzt vielleicht zwei Themen, aber vielleicht kannst du da noch mal bis darauf eingehen.
Thomas Leskowsky: vor zwei Jahren wäre so keine E-Produktberatung noch so wie sagt man... unentdecktes Blatt gewesen sozusagen. Heutzutage, jetzt als 2026 würde ich es schon fast bisschen als Hygienefaktor sehen. Weil mittlerweile gibt es schon so viele Händler, die damit experimentiert haben und es ist schon fast komisch, wenn ich einen Onlineshop anbiete, der mir das nicht gibt. Also wir haben auch bei Amazon Rufus beispielsweise, also es ist ja überall schon KI eingebaut. Es ist dann wirklich schon sehr altertümlich sozusagen, wenn ich jetzt dann im Hintergrund keinen KI-Berater habe, der zum Beispiel jetzt über die Geschenksaison mich nicht beraten kann, was mein Onkel für ein Parfüm beispielsweise gut schmecken, schrägstrich, passen könnte. Besonders jetzt zu den Weihnachtsgeschenken, ich beschenke andere, bei mir selbst eben. Ich finde mir meine Informationen schon. Aber jetzt habe ich eine KI wie ChatGPT und Co und kann sagen, mein Onkel hat zwei Autos, zwei Kinder, drei Hunde etc. Was würdest du mir für Produkte empfehlen? Dann hast du tausend Produkte Empfehlungen, dann musst du einen Shop suchen, der diese Produkte findet und du kannst es damit dann noch immer abgleichen. In zweite Richtung ist Automatisierung noch gefragt. Da würde ich einfach ganz viel, wenn man schon, ich Kundenservice ist jetzt für mich schon ein No-Brainer, aber sich ganz viel auch die Logistik anzuschauen. Auch zu simulieren, was passiert, wenn wir jetzt das hundertfache Aufkommen an Pakete haben am Tag. Können wir das tolerieren? Wer verpackt das? Ist die Logistik ausgelagert? Machen wir sie inhouse? Haben wir genug Verpackungsmaterial? Was ist, wenn uns das Verpackungsmaterial rausgeht? Also es gibt so viele Simulationen, die man vielleicht schon vor Black Friday einmal simulieren sollte. Und dass September jetzt vielleicht noch eine gute Zeit dafür, das durchzuspielen, dass es nicht im Ernstfall dann zu Engpässen kommt im Logistikbereich oder auch im Product-Sourcingbereich, dass ich weiß, ok, wenn zu schnell ein Produkt ausverkauft wird, sofort nachbestellt wird oder man zumindest im im Notfall einen Großhändler in der Nähe hat, wo man die Produkte schnell nachkaufen kann. Das hat zwar nicht viel mit Automatisierung zu tun, aber mit einer Bestandskontrolle, wo ich automatisiert zumindest einen Reminder bekomme mit, hey, wir haben außerordentliche Schwankungen, die können wir jetzt noch mitnehmen oder wir lassen es wirklich out of stock gehen. Und dann Automatisierung im Retention-Marketing-Bereich, dass auch WhatsApp-Benachrichtigungen oder E-Mail-Benachrichtigungen bei Produkten kommen, die dann wieder on stock sind. Das sind definitiv Automatisierungen, die machen jetzt im Q4 besonders viel Sinn. auch für später, falls das Produkt dann nächstes Jahr auch noch gefragt gewesen wäre.
Maxi: Ja, ich finde da vor allem, also bei den Problemen, die du angesprochen hast, so in der Logistik, ... auch total wichtig, dass da die Kommunikation auch stimmt. Also ich meine, wenn es diese Probleme gibt ... oder diese Probleme auftreten können, ... ... dass Logistik und Customer Service ... auch irgendwie eng miteinander kommunizieren. Weil nur dann kann ja der Kundenservice ... auch wirklich die Infos rausgeben an die Kunden, zu sagen, wir haben hier und da vielleicht ... Lieferereingpässe oder so. Das finde ich bei einem Bei einem kleinen Team lässt sich das vielleicht noch einfacher kommunizieren. Aber
Thomas Leskowsky: Ja.
Maxi: wie größer die Strukturen intern auch werden, desto komplizierter wird das ja Ich würde auch nochmal ganz kurz zurückspringen zu dem, was du zur ganzen Beratung mit KI gesagt hast. Also so Shopping-Assistants sieht man jetzt auch mittlerweile immer mehr auf Seiten. Da ist zumindest das, was wir sehen, da spielt auch eine große Rolle, was für ein Produkt du überhaupt hast. Wie erklärungsbedürftig ist es überhaupt? Wie groß ist dein Produkt-Sortiment? Und dann aber auch, wie gut hast du das gepflegt? Also hast du irgendwie alle Attribute zu deinen ganzen ... Produkten irgendwo hinterlegt in der Produktdatenbank? Ist das alles im Prinzip dasselbe wie beim Kundenservice ... irgendwie so eine Knowledge Base anzulegen? Ist halt auch wichtig, dass da alle Prozesse dokumentiert sind. Genauso wichtig finde ich dann bei dieser Produktberatung, ... dass halt zu den Produkten auch alle Infos irgendwo abliegen und Sachen vielleicht auch, die man jetzt über normale Produktfilter nicht rausfinden kann. Siehst du das auch viel, dass Leute einsetzen, also KI zur Produktberatung oder ...
Thomas Leskowsky: Ich hab gerade versucht subjektiv einen Fall zu finden, wo ich es mal gebraucht
Maxi: Hm.
Thomas Leskowsky: hab und ich glaube ich hab's nur einmal bei einem Fahrradhändler benötigt. Also
Maxi: Mhm.
Thomas Leskowsky: ganz richtig, das was du schon zu Beginn gesagt hast, war das, ich glaub bei einem Apfel oder bei einer Gurke werde ich es jetzt nicht brauchen, für mich einen Produktberater einstellen zu lassen. Auf der anderen Seite, bei Lebensmitteln kann ich es mir mal wieder vorstellen, dass man zum Beispiel in die Suche direkt gleich die KI mit integriert, dass man zum Beispiel, ich möchte am Wochenende grillen, leg mir einen Warenkorb für acht Personen an, die alle vegan sind, da würde ich KI als Produktberater schon wieder sinnvoll finden. der anderen Seite eben bei so Dingen wie Fahrrädern finde ich Produktberater extrem wichtig, besonders wenn ich jetzt noch kein hohes Knowledge Level in dem Bereich habe, macht es definitiv Sinn und wenn es Geschenkartikel sind, also ich kaufe es ja nicht für mich, das heißt vielleicht habe ich gar keine Ahnung von dem, was ich da gerade kaufen soll oder möchte, dann wäre es da definitiv der richtige Zeitpunkt. ein bisschen damit zu experimentieren und zumindest auch zu wissen, was kommt eigentlich für Fragen. Weil wenn ich nirgendwo eine Fragebox hatte bis dato, kann ich ja gar nicht wissen, welche Daten müsste ich, also welche Fragen müsste ich eigentlich vielleicht in meiner Produktbeschreibung schon beantworten, dass jemand gleich seine Antworten findet.
Maxi: wir sehen, dass das häufig dann intern irgendwelche ... Produktexperten da sind, dann auch häufig im ... Kundenservice, aber die dann halt dann, ja ich sag mal ... ... auch gerne dann immer wieder dieselben Fragen ... ... beantworten, aber lässt sich natürlich auch ... automatisieren, wenn man eben weiß, was die Fragen ... sind und dass sie häufig gestellt werden. lass uns aber mal zu einem, ja, quasi eine kleine Pause machen und rüber gehen in ein so ein Quickfire-Questionsegment. Heißt, ich stell dir jetzt zehn Fragen ganz schnell hintereinander und ich hätt gern, dass du möglichst schnell versuchst, drauf zu antworten in zwei bis drei Sätzen. Einfach was dir so direkt in den Kopf kommt, einfach rausfeuern. Bist du bereit, Thomas?
Thomas Leskowsky: bin gespannt.
Maxi: Dann... Nice, lass uns loslegen. Also, erste Frage. Black Friday. Fluch oder Segen für den Kundenservice?
Thomas Leskowsky: Noch Fluch!
Maxi: Sehr gut. Rabatte oder richtige Kundenbindung? Was zahlt sich langfristig mehr aus? Na gut, Kundenbindung. Klare Antwort. Was ist aus deiner Sicht der größte Fehler den Händler vor Q4 machen können?
Thomas Leskowsky: einen Black Friday zu nutzen, weil es alle machen. Also da ein bisschen den Mainstream mitzugehen, das ist vielleicht kurzfristig eine profitable Rechnung, wenn ich nächstes Jahr mein Unternehmen verscherbeln, also in dem Fall verkaufen möchte, die Zahlen nochmal schön hoch zu drücken. Langfristig machst du damit aber überhaupt keine Freude.
Maxi: Vierte Frage ab wann sollte man mit der Vorbereitung für die Peak Season beginnen?
Thomas Leskowsky: Na, das sollte schon begonnen haben. Also ich würde sagen Ende August, nach dem Sommerurlaub. Wann auch immer der dann ist. Oder war in dem Fall.
Maxi: Okay, also ... Also muss jetzt losgehen.
Thomas Leskowsky: Genau. Also für ich kenne auch viele Leute, fangen im Februar schon an. sagen, es dreht sich bei ihnen ist die Zeitrechnung auf Black Friday. Also die haben ein verschobenes Jahr.
Maxi: Ja, meine, ist so, besser man vorbereitet am Welche Anfrage nervt Kunden in der PIX-Season am meisten?
Thomas Leskowsky: ... starten zu verhüten.
Maxi: Ja, würde ich auch ganz klar sagen. KI im Service, ab wann lohnt sich das für Händler?
Thomas Leskowsky: ab einem Kundenserviceaufkommen von über 5 Stunden in der Woche. Würd ich jetzt mal pi mal Daumen sagen.
Maxi: Eine Kennzahl, jeder Händler an der Peak Season sich anschauen sollte.
Thomas Leskowsky: Die Kundenservicestunden-Zahl
Maxi: Sehr ein Wort, wenn du das Wort Weihnachtsgeschäft hörst.
Thomas Leskowsky: Der Christbaum ist mir als Erster eingefallen. Nein, Adventskalender würde ich als Zweites nehmen. sich vielleicht auch Gedanken zu machen, ob man ein Adventskalender-taugliches Produkt hat oder Produkt-Sortiment. Man muss es ja gar nicht in einem physischen Adventskalender darstellen, kann ja auch über Social-Media-Türchen öffnen und dergleichen,
Maxi: auch schon bald im Supermarkt wieder kaufen.
Thomas Leskowsky: Ja, gute Erinnerung
Maxi: Was ist anstrengender? Black Friday oder das Januar-Retouren-Chaos?
Thomas Leskowsky: Black Friday. Weil du hast keine Retour mehr.
Maxi: So, letzte Frage. Vervollständige den Satz. Ein Kundenservice übersteht Q4, wenn ...
Thomas Leskowsky: Prozesse vorbereitet sind und das richtige Mindset im Team besteht.
Maxi: Test bestanden, ich sagen, Thomas.
Thomas Leskowsky: Super.
Maxi: cool. So. Wir haben jetzt sehr viel darüber geredet, was so in der Peak Season alles auf einen zukommt. Wir wollen es jetzt einmal umdrehen. Was sind denn ganz konkret Dinge, die einen Kunden-Service in dieser Zeit nicht nur überstehen, sondern richtig ... gut durchkommen lassen. Also Thomas, was würdest du Händlern raten, was sie im Team vorbereiten sollen, jetzt nicht nur technisch, sondern eben auch wirklich auf menschlicher Ebene.
Thomas Leskowsky: Das habe ich gerade gesagt, einerseits das Mindset. Ich glaube, das Team ist in der Zeit extrem wichtig, dass auch von der Führungsebene das Richtige kommuniziert wird, dass man sich jetzt nicht überraschen soll, dass da jetzt viele Kundenserviceanfragen kommen, sondern dass es einfach geplant ist. Das ist das Main-Geschäft eines Händlers im Jahr und da wird es einfach auch mal richtig wild und man weiß, dass es dann noch schönere Zeiten danach und da vorher schon gegeben hat. Und ich finde, man sollte auch die Mitarbeiter so incentivieren oder so einstellen, es sich auch davon abhängig ist, wie gut diese Saison, die jetzt abläuft, dass ihr Job daran jetzt nicht zugrunde geht. Weil wenn der Kundenservice überlastet wird oder man einfach nicht mehr angepisst ans Telefon geht, dann kann man den Job vielleicht noch ein halbes Jahr durchziehen. Aber wenn zu wenig Sales da sind ... dann schaut es wahrscheinlich ein bisschen düster aus. Das zweite sind wahrscheinlich eher so Leitfäden, also wenn ich jetzt noch keine automatisierte KI im Hintergrund laufen habe, sind ja trotzdem immer wieder dieselben Anfragen. Also es wird jetzt nicht kommen, wann ist die nächste Mondfinsternis oder sowas, sowas kann ich nicht vorbereitet sein, aber es wird ja immer irgendwie unternehmensspezifisch oder produktspezifisch kommen und wenn ich eine Anfrage mehr als fünfmal hatte, kann ich einen Leitfaden darauf schreiben, wie man zu antworten hätte, wenn man sich selber nicht damit auskennt. Und glaube, so ein kleines Leitfadenportfolio ist mittlerweile schnell geschrieben. mach mir eine Excel-Liste und schreib die Frage rein, schreib mir meine potenzielle Antwort hin, hau's in Claude rein, lassen wir ein schönes Dokument für diesen Use-Case. hoch ist der Warenwert vom Adventskalender beispielsweise ausgeben und darf ich dann drüber reden, was da auch wirklich drinnen ist etc. Also Leitfäden, Mindset und generelle Prozesse zu kennen, auch unternehmernsintern. Ich glaube der Kundenservice repräsentiert ja fast schon einen Product Owner in der Zeit, weil er eigentlich das ganze Unternehmen gefühlt kennen muss, weil sie wollen ja dann hinter die Kulissen blicken, warum rennt denn eure Logistik nicht, steht da keiner unten im Lager, muss ich sagen, wir haben gar keinen Lager und mit der Führungsebene, mit der telefonierst du grad. Prozesse kennen aus dem Unternehmen nicht nur produktbezogen, wäre schon sehr viel sinnvoller, dass man da jetzt nicht irgendwas Falsches verspricht.
Maxi: Ja cool, vielen Dank dir. Das sind echt wertvolle Ratschläge, ich, ... mit denen auch viele was anfangen können. Du hast ja vorhin auch schon gesagt, ... das A und O ... ist halt auch irgendwo die richtige Vorbereitung ... und da auch wirklich früh genug vorbereiten. Also hier nochmal der Appell an alle, möglichst schnell ... starten. Und was ich auch sehr gut fand, was du vorhin auch gesagt hattest, ... auch mal Abläufe zu testen ... ... und Prozesse zu testen, ... dass das alles ... richtig steht, sowohl technisch als auch zwischenmenschlich, dass das klar ist. Wir haben vorhin oder zum Beginn von der Folge schon ein bisschen über die Rekorde gesprochen, die gebrochen wurden letztes Jahr. Und da hatten wir auch einen Rekord bezüglich Retouren, der gebrochen wurde. Das ist dann so die zweite Welle, die eben kommt dann auch so nach dem Weihnachtsgeschäft. Ich hatte euch ja eben schon gefragt, was schlimmer, Black Friday oder Retouren Chaos? Es ist halt in dem, finde ich, dem Zug muss man das irgendwie immer verbinden, vor allem im Kundenservice. Da hast du erst Stress mit den Paketen, die nicht ankommen ... oder wann sie ankommen und zu Produktfragen ... und dann kommen dann halt am Ende die Retouren. Und ja, ich habe hier die Zahl, also letztes Jahr, also in Deutschland ... ... fast jedes vierte Paket E-Commerce ist zurückgegangen. Das sind dann auch Fragen zu Umtausch, Retourenstasis oder auch Gutschriften, die dann vergeben werden. Auch das ist ein Thema, was ... ... teilweise zumindest automatisierbar ist. Thomas, aus deiner Erfahrung, wie gehen denn ... gute E-Commerceler mit so Retouren um ... oder wie vermeiden sie vielleicht auch ... so eine große Zahl an Retouren überhaupt?
Thomas Leskowsky: Eine Retoure lässt sich an sich im ersten Jahr gefühlt gar nicht vermeiden, weil ich weiß noch nicht, warum retournieren meine Kunden. Also vielleicht mal den Grund herauszufinden, ist schon mal so die erste Baustelle. Ist das der Grund, die Lieferzeit schlecht war? Ist das der Grund, weil die Verpackung nicht gut geschützt hat und das Produkt zerbrochen bei mir angekommen ist oder befleckt etc.? Habe ich andere Marketingversprechen gehabt etc.? Also sage jetzt mal, der Punkt eins wären so bisschen die Gründe. Punkt zwei ist, wie viel das Produkt, des Paketes wird retourniert. Wenn ich jetzt eine Bestellung von fünf Produkten habe, kann es sein, dass die Person einfach versucht hat, künstlich über den Mindestbestellwert drüber zu kommen von 79 Euro, sich die Lieferkosten zu ersparen. Und die hat schon gewusst beim Bestellen, dass sie eigentlich irgendwas retournieren will, aber sie will beim ... bei der Zulieferung einfach nichts dazu zu zahlen, weil vielleicht das Weihnachtsgeld schon darunter gelitten hat und die Retourenkosten sieht man sich wahrscheinlich seltener an als die Hinlieferungskosten. Ich glaube, das nennt man dann Gamma- Delta-Retourenquote, also was ich in meinem Studium lernen muss, müssen. ist aber eine extrem interessante Formel in Wirklichkeit, weil wenn immer zwei Drittel des Produktes retourniert werden, heißt das Trott, oder das Paket, retourniert werden, ist immer noch ein Drittel des Paketes beim Kunden. zur Verfügung gestellt worden. Das ist immer die Frage, was hat es dann tatsächlich ausgemacht? Und wenn ich dann mal ein Jahr durchgemacht habe, werde ich wahrscheinlich noch vielen Bestellungen, noch viele Bewertungen bei meinem Produkt haben, sofern ich die Produktbewertungsfunktion aufgedreht habe. Ich hoffe in einem Ampelsystem, also wo ich mir davor mal durchlesen kann, bevor ich von negativen Bewertungen überflutert werde und sich da auch wirklich mal A, zu Gemüte zu führen, was steht da in den Kundenbewertungen drinnen, B, das dann auch umzusetzen, C, vielleicht auch die KI zu verwenden und zu Fragen auf Basis der negativen Produktbewertungen herauszufiltern, was fehlt mit einem meiner Produktbeschreibungen. Vielleicht habe ich das Produkt auch wirklich für den falschen Kontext optimiert. Vielleicht wollte jemand eine Regenjacke bestellen für seine Wanderurlaube und es ist natürlich super von außen geschützt, aber ich habe drunter so viel geschwitzt, dass ich trotzdem nass geworden bin, dann sollte ich vielleicht den Kontext meines Produktes anders setzen und meine Produktfotos anders einsetzen, dass die Produktbewertung vielleicht im nächsten Jahr dann positiver ausfällt und auch die positiven Produktbewertungen hervorzuheben. wenn die Leute dann schreiben, Regenjacke ist super für Wanderer geeignet, vielleicht doch gleich ein bisschen spitzer in die Richtung, in die Zielgruppe der Wanderer beispielsweise einzukehren. Das heißt, da gibt es dann glaube ich schon einige Punkte, die ich machen könnte und wie gesagt auch beim Aufkommen die Simulationen. Das ist für mich eines der besten Tools, man einsetzen kann. Was ist, wenn wir wirklich 100 Retouren vor der Tür liegen haben und keiner davon ist beschriftet? Wie gehen wir vor? Machen wir uns dann den Kopf, wenn es so weit ist, oder machen wir uns jetzt den Kopf, dass wir segmentieren, ok, Kleinprodukte, mittelgroße Produkte, wiederaufbereitbare Produkte, haben wir einen B-Markt, wo wir das verkaufen können, nutzen wir Marktplätze, wo die Produkte dann reinkommen, eBay will haben etc., dass die dann nicht einfach nur rumliegen und keiner weiß, was man damit tun muss.
Maxi: Ja, ich kann mir auch gut vorstellen, weiß nicht wie deine Meinung dazu ist, aber dass man durch eine gute Produktberatung, sei es jetzt durch einen Live-Chat durch einen wirklichen Agent oder vielleicht auch KI unterstützt, vielleicht auch ein paar Retouren abwenden kann, indem man vor allem, ich denke jetzt so an die Fashionindustrie oder auch andere, wo eben auch so was wie Maße wichtig ist, was könnte mir passen. mit richtigen Tabellen und so weiter, wenn da eine gute Beratung zu da ist, dass sich dann dadurch auch einige Retouren vermeiden lassen.
Thomas Leskowsky: Definitiv der Punkt gehört dir. Deswegen habe ich eingeschränkt, was nicht dazugehört.
Maxi: Ja, ich bin auch nur da, ein bisschen zu ergänzen zu dem, was du noch sagst. Jetzt hast du, also das wäre ja auch ein die Peak-Season quasi auszuwerten, nachdem sie fertig ist, sich das anzuschauen. Warum haben Leute retourniert und so weiter? Wir haben auch schon über ein andere KPIs geredet. Was wären so die... Was wären so neben dem vielleicht noch so die wichtigsten KPIs, die du auch ranziehen würdest nach der Peak Season, zu schauen, wie lief es und was kann ich vielleicht besser machen, also wie kann ich jetzt aus der Peak Season lernen für die nächste?
Thomas Leskowsky: da gibt es viele Sachen, ich würde mal einen klassischen ROAS-Check machen, also wenn ich schon in Ads investiert habe, ob da auch wirklich was zurückgekommen ist, allgemein gesehen. Das zweite ist klassische Conversion Rate Kontrolle, im Vergleich zur letzten Saison haben wir da vielleicht besser oder schlechter abgeschnitten. Ich finde auch ein sehr, sehr interessanter Punkt ist, wie hoch ist die Clickrate von einer Produktdetailseite zum Impressum. Das hat nämlich den Hintergrund, dass zu Black Friday die größte Betrugsquote auf gleichzeitig geäußert wird und Personen, die von einer Produktdetailseite gleich ins Impressum gehen, meistens, die sich die Frage stellen, gibt es das Unternehmen wirklich. Das heißt vielleicht in der Hinsicht auch noch mal zu kontrollieren, okay, vielleicht habe ich so gute Angebote gehabt oder bin mit meinem Rabatt so hoch gefahren, dass Leute geglaubt haben, ich bin ein Fake-Shop und das ist in der Zeit nicht unüblich, dass viele Fake-Shops damit 70 Prozent aufs neue iPhone beispielsweise werben. Wenn du dann da dazugehörst und du bist aber ein originaler Shop, Dann wäre es vielleicht an der Zeit, vielleicht genau da ins Impressum, Kundenservice, Gütesiegel und ähnliches zu hinterlegen, dass die Leute gleich wissen, ich habe es da wirklich mit guten Angeboten zu tun, aber auch mit vertrauenswürdigen Angeboten. Ist das wahrscheinlich dann die Betrüger auch so nachbauen, aber das für mich ist die Impressum-Seite 2026 noch der größte Hack, den man spielen kann, da nicht nur die gesetzlichen Vorschriften reinzuschreiben, sondern eigentlich eins vorzudenken und zwar sich zu überlegen, Warum ist eine Person bei mir im Impressum? Der ist komplett egal, ob du aus Österreich oder aus Deutschland bist, die will ein Produkt um einen gewissen Preis kaufen und sie will nicht abgezogen werden. Und das kann ich nur dann, wenn ich das richtige Vertrauen äußern kann. Das heißt, Conversion Rate, dann Produkte, Teilseite zu Impressumsrate, auch ein sehr, ich das hätte ich noch nie in einem Podcast gehört, aber sicher ein...
Maxi: Hab ich auch noch nie gehört.
Thomas Leskowsky: Ziemlicher Lifehack zu wissen, sind Leute von mir abgeschreckt oder vielleicht auch auf der Impressum-Seite ein kleines Formular einzubauen mit, findest du unseren Online-Shop vertrauenswürdig? Ja, nein, gib uns Feedback etc. Also den Good Cop spielen sozusagen und klassischen ROAs checken wäre auf jeden Fall gut und ja, Retouren haben wir jetzt schon angesprochen, aber ich glaube die Schlange können wir noch bisschen länger ziehen, dann Kundenservice-Anfragen. Welche sind positiv geändert? Wer hat nochmal angerufen? Wer hat uns eine gute Google-Rezension hinterlassen? Wer nicht? Wie hätten wir dem entgegenwirken können? Wie viele Follow-up-Mails sind auf Bestellungen rausgegangen? Ich glaube, kann man eigenes White Paper dazu veröffentlichen.
Maxi: Ja, ja, geil. Produktdetailseite zu Impressum. Das finde ich mega, will ich ab sofort in jedem E-Com Report irgendwo sehen. Jetzt hast du das Geheimnis ausgesprochen, Thomas.
Thomas Leskowsky: Ja, jetzt ist es vorbei. Das ist ausgesprochen. Jetzt ist der Hook gestohlen worden. Wie oft liegen deine
Maxi: Ja.
Thomas Leskowsky: Besucher auf deinem Impressum?
Maxi: finde ich geil. Dann lassen wir uns langsam zum Schluss kommen und noch mal so bisschen zusammenfassen. Thomas, wenn ein Online-Händler eine einzige Sache aus diesem Gespräch mitnehmen sollte für die nächste Peak-Season oder jetzt auch für die anstehende Peak-Season, was würdest du sagen? Was wäre das?
Thomas Leskowsky: Ich muss jetzt beim Impressum bleiben. Wie oft haben auch schon letztes Jahr deine Kunden im Verhältnis zu unterm Jahr auf dein Impressum geklickt. Ich glaube, das ist mal was, was niemand sonst gesagt hätte. Weil es dann wahrscheinlich deiner Vertrauenswürdigkeit ein bisschen schlecht war und man wahrscheinlich in das ... möglichst bald investieren sollte. Das kann man über verschiedene Arten und Weisen, auch über einen guten Social Media Auftritt beispielsweise über Influencer Marketing, die mit deiner Brand zusammenarbeiten, wenn du eine unbekannte Brand bist. Heißt nicht, dass es nie zu Betrugsfällen kommen wird, aber man kann da sicher proaktiv dagegen arbeiten. Mein Take ist trotzdem der Impressums-Take. Viele Simulationen üben,
Maxi: Find ich mega witz...
Thomas Leskowsky: also die Sommerzeit zum Simulationenüben nutzen. Und wenn man nicht Black Friday Ads mitspielen möchte, dass ich gerne mal was Kreatives überlegen möchte, bevor man's Werbebudget wo anders versinkt.
Maxi: Find ich ein super Schlusswort und damit hab ich auch schon die Hook für die Folge mit der Produktdetail Seite zur Impressum. Thomas, vielen, vielen Dank wirklich für das du da warst und die ganzen Ratschläge. Glaub ich wirklich sehr viele wertvolle Insights für e-Commerceler jetzt für die Peak Season. Jetzt am Ende noch mal Gelegenheit für dich, bisschen Werbung zu machen. Wo findet man dich? Wo kann man dir folgen? Wie finde ich deinen Podcast?
Thomas Leskowsky: Man findet mich überall dort, wo es mit E-Commerce und Österreich zu tun hat. In dem Fall, wenn man auch noch was eingeben möchte in die Suchleiste, dann gerne bei LinkedIn den Namen Thomas Leskowsky oder E-Commerce Specialist bei LinkedIn eingeben. Das sollte jetzt ja auf mein Profil weitergeleitet werden. Gern auch exvomo folgen, aber ich bin selber der Freund davon, Personen zu folgen und nicht Marken. Deswegen nenne ich da meinen eigenen Namen. Falls ihr auch andere Podcasts unterstützen wollt, dann den E-Commerce Inspiration Podcast. Kommt wöchentlich raus mit verschiedensten Gründern oder ganz coolen Entscheidungsträgern aus dem E-Commerce, wir auch genau solche Themen wie mit dir jetzt heute, Q4-Planung und Co. besprechen und da einfach auch so bisschen hinter die Kulissen von Gründerinnen und Gründern blicken können, die ja schon gute Erfolge, aber auch Misserfolge erlebt haben. Also wir wollen nicht immer nur über das Schöne reden, sondern auch das, woraus man lernen kann.
Maxi: Also, da mit Aufforderung alle Folgen und alle Quellen zu den Kennzahlen findet ihr dann auch in den Show Notes bei uns. Und kurz Werbung noch mal für melibo machen, falls ihr wissen wollt, jetzt vor allem in Vorbereitung auf die Peak Season, wie so da eure unsichtbaren Potenziale sind, wir haben ja auch über KI geredet, was sich da automatisieren lässt. Dann bucht euch gerne unverbindlich bei uns einfach eine Strategieberatung. Wir quatschen einfach 30 Minuten darüber. Wie können wir da unterstützen mit KI, mit unseren AI-Agents. Lohnt sich das überhaupt in eurem Fall? Den Link dazu ebenfalls in den Show Notes. Und ansonsten lässt ich nur noch sagen, abonniert gerne den Podcast. Lasst uns gerne eine Bewertung da. Könnt uns gerne auch auf LinkedIn ansonsten vielen Dank dir Thomas nochmal. Thomas, mach's gut und bis zur nächsten Folge.
Thomas Leskowsky: Alles Liebe!
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